Ähh, Gypten …

... das hier kein Bier, oder was? (Otto Waalkes)

Erstmal 'ne Woche ans Rote Meer und danach ein Flug nach Kairo. Mehr hatte ich noch nicht gebucht, als es losging. Vorausplanen ist ja nicht so meins...

Am Ende wurde es das hier:

  • 30.11. Direktflug Hannover -> Marsa Alam. All inclusive Touristenknast, mäßiges Tauchen, mäßiges Schnorcheln
  • 7.12. Flug nach Kairo, Wohnen im Lärm von Downtown, Pyramiden, Slums und Besuch aus Hannover
  • 14.12. Flug nach Luxor. Voll nervig da, Tempel & Tal der Könige
  • 18.12. Zug nach Assuan, Laid Back Vibe auf Elephantine Island
  • und yet to come, heute ist ja erst der 18.12.: am 22.12. zurück in die kalte Heimat Winterwonne

Aber jetzt mal ehrlich:

Marsa Alam

30.11. bis 7.12.2025

Ich muss ja immer alles ausprobieren. Außer vielleicht Katze zum Mittag oder Bundeswehr. Obwohl, Katze, ... Hund hatte ich ja schon in Vietnam ... Also mal All-Inclusive. Eine Woche am Roten Meer. Das liegt bei Marsa Alam. Und da gibt's Direktflüge aus Hannover hin. Das klingt doch nach entspannter Anreise. Mein Bruder hat mich morgens zum Flughafen gefahren. Nochmals Danke Danke dafür!

irgendein Resort im Nix

Um 17:00 war ich im Resort, es wurde schon dunkel. Und am Abend gab es echt gutes Buffet mit alles und danach Freibier bis 12 und Bauchtanz, Derwisch und andere Bespaßungen. Ich schüttelte nur den Kopf und schüttete ein paar Biere. Aber nicht so viel, ich wollte ja was erleben da. Dass das wirklich nicht einfach würde, das würde ich bald erfahren würden. Denn dort, in so einem All-Incl-Resort geht es ja so gar nicht um Individualtourismus. Mehr so um Am-Pool-Vergammeln-Und-Ab-Morgens-Bier-Trinken-Und-Sich-Bis-Zum-Abendessen-Nicht-Bewegen. Nun denn, macht ihr das mal. Ich zumindest war nicht ein einziges Einmal auf der Liege am gechlorten Badeteich. Not my cup of tea.

Ich hab echt schon vergessen, wie das Resort hieß. Einen so bleibenden Eindruck hat es hinterlassen ... Ähh, Three Corners Happy Life Beach Resort, genau, das war's.

Mit Kindern ist das sicherlich entspannt, sowas. Schmeiß den plärrenden Nachwuchs ins sterile Nass und schnall dich an der Pool-Bar fest.

Day 2: Erstmal schnorcheln, am Hausriff. Doch, Aber, Nein: die rote Fahne war gehisst! Und das heißt: nix mit planschen! Und ja, das war ein Wellengang - da wär man nicht heile die Treppe am Ende vom Steg runtergekommen. Was nun? Bewegung! Ich bin dann einfach mal zum nächsten Resort gejoggt. Aber erstmal muss man am Ausgang vom Resort unterschreiben. Abmelden aus dem Touristenknast. Freigang. Wahrscheinlich wegen der Sicherheit und sicherlich auch wegen der Wahrscheinlichkeit. Dann konnte ich 4,3 Kilometer Geröll-Wüste und Müll genießen. Ich wollte mal gucken, wie die nächste Bucht, Abu Dabbab, ist. Und dort war dann gar die grüne Fahne gehisst! Aber ich hatte natürlich nix dabei. Man joggt ja nicht mit Flossen an den Mauken und Taucherbrille in den Flossen. Was soll's.

Zurück und bei mir dann also ins Flachwasser, vom Strand aus. Da das übliche: kaputte Korallen und ein paar Fisch-Standards. Wieder: was soll's, es ist trotzdem immer nice, ein paar Picasso-Fische zu sehen.

Wenn das hier nicht ein 4,3 km langer Blog-Post werden soll, muss ich mal auf Fast-Forward drücken:

Habe vier Tauchgänge gemacht, mit der inkludierten Tauchbasis. Erster: Seegras und Schildkröten in der Bucht wo ich schon hingejoggt war. Das war halbwegs nett und gut um wieder ins Tauchfeeling einzutauchen. Zweiter: gleiche Bucht, am Riff lang. Das war schon besser. Zwei Tage später ging es zum Haie gucken am Elphinstone Reef. Dafür musste ich um 5.30 aufstehen - heul! Am Tag vorher war ich noch 50 Minuten auf dem Laufband im inkludierten Gym. Hab ich noch nie so richtig gemacht - das war echt gut!

Krötek

Tja, und Haie gab es am Elphinstone Reef leider keine zu sehen. Sie wollten sich nicht zeigen. Man taucht ins Blaue hinaus, weg vom Riff einfach so ins Nichts hinein. Und dann wartet man und wartet und nichts passiert. Meeh. Zwei Tauchgänge, Null Haie. Tauchen im Roten Meer soll ja ach so toll sein. Aber ich hatte halt echt Pech. Und die Riffe waren jetzt auch nicht top of the pops. Als ich dann nach Kairo geflogen bin, habe ich Hurgada von oben gesehen. Das sah viel vielversprechender aus. Fast schon wie Atolle im türkisblauen Meer. Vielleicht kann man das mal versuchen.

Wir warten zweimal 20 Minuten auf den Knorpelfisch (Hai)

Dann bin ich nochmal zu Fuß nach Abu Dabbab (4,3 km) mit Schnorchelzeug im Gepäck. War nett. Und zu Fuß zurück. Dummerweise war mein Unterwassergehäuse für's Phone von innen beschlagen.

Trompetenfisch - Törööö

Im Endeffekt hab ich fast die ganze Zeit was unternommen und das wirklich gute Frühstück und Abendessen genossen. So ein Resort ist nicht das Schlechteste, was man machen kann. Zwar eher in den unteren zwanzig Prozent, von gutem Urlaub, aber halt nicht schlecht. Länger als eine Woche ist aber verschreibungspflichtig. Sonst braucht man einen Defibrillator, 'ne Reha oder zumindest einen konzentrierten Vitaminstoß, um wieder in die Gänge zu kommen.

Ach ja, eine kleine kurze Wanderung in die Wüste rein-hinein hab ich noch eingeschoben. Abmelden, Unterschreiben am Gate, und stracks dahin, wo kein Knüppel wächst. Nur zwei Kilometer vielleicht. Oder eins Komma fünf. Da wächst echt nix, außer ein paar gelegentliche Strommasten. Geröll und Sand soweit das Auge gucken kann. Unwirtlich, unwirklich und unglaublich ruhig. Aber halt auch nicht ungenießbar. Auf Google-Maps waren in sechs Kilometer Entfernung so schwarze Berge eingemalt, da wollte ich eigentlich auch noch mal hin, aber dazu bin ich nicht mehr gekommen. Da hatte mich das All-Incl-Life wohl dann doch schon zu weit runtergezogen oder so.

da weißte mal, was so ein Mars-Rover können muss

Ach nee!, es sollte ja regnen den Tag. Schütten aus Eimern. Da willst du dann nicht im Nirgendwo in der Wüste sein. Wer weiß was dann passiert. Schlammlawinen, reißende Flüsse, die aus dem Nichts entstehen, Krokodile, Hubschraubereinsatz und eine ruinierte Frisur zum Beispiel! Doch Kachelmannwetter hatte mal wieder übertrieben mit der Vorhersage. 24mm Regen war angesagt und das Gewitter ging weit draußen überm Meer runter; an Land gab es nur ein kaum merkliches Nieseln. Und ich, ich hatte schon auf ein Spektakel gehofft.

Next up: Alarm in Kairo

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